Sommerhitze: Wie kommen Senioren gut durch Wetterphasen mit Höchsttemperaturen?
Für ältere, kranke Menschen sind längere, extreme Hitzephasen im Sommer sehr belastend und nicht selten lebensbedrohlich. Am zurückliegenden Wochenende gab es an vielen Orten in Europa Rekordtemperaturen. Wie viele Menschen dadurch ihr Leben verloren, ist noch unklar. Solche Wetterlagen dürften aller Voraussicht künftig immer häufiger auftreten. Was Senioren, insbesondere alleinlebende, bei starker Hitze selbst für sich tun können, ist grundsätzlich nicht neu. Umfangreiche Informationen und bewährte Tipps gibt es von Hausärzten, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA, den Gesundheitsministerien u.v.a.m.
Trotzdem ist breite Aufklärungsarbeit und vor allem auch konkrete Notfallhilfe mit praxisgerechter Organisation und klaren Zuständigkeiten immer dringlicher angezeigt, Fachleute sprechen von Hitzeaktionsplänen. „Jeden Sommer versterben mehrere Tausend Menschen zusätzlich. In den meisten Sommern sind das mehr Menschen als im Straßenverkehr versterben“, sagt Stefan Muthers vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit sei das noch nicht angekommen. Dazu will der Seniorenbeirat unserer Stadt zusammen mit dem Recklinghäuser Arztnetz Raniq beitragen. Erste Kontakte wurden aufgenommen, und es ist geplant, im kommenden Jahr ein Projekt zur Hitzeprävention für Seniorinnen und Senioren zu realisieren. Es geht darum, die negativen gesundheitlichen Effekte deutlich zu reduzieren.
Das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg warnt schon seit Jahrzehnten vor der zunehmenden Gesundheitsgefahr. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat mehrfach Hinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden veröffentlicht. Ihre Gefahr wird durch erhöhte Ozon- und Feinstaubwerte in den Städten noch zusätzlich gesteigert. Hitze ist aber tückisch, weil blauer Himmel und Sommersonne Wohlbefinden suggerieren.
Der Deutsche Wetterdienst hat zwischenzeitig schon ein Hitzewarnsystem etabliert; allerdings ist das Bewusstsein für die Gesundheitsgefährdung in unserer alternden Gesellschaft noch keineswegs Allgemeingut, schreibt Focus-online. Es sei auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nach der Oma oder der Nachbarin im heißen Dachgeschoss zu schauen.
Langfristig müssten unsere Städte auch besser an den Klimawandel angepasst, das heißt stärker entsiegelt und besser durchgrünt werden. Und die Eindämmung des Klimawandels, also die drastische Verringerung der Treibhausgasemissionen, müsse sowieso in unserem eigenen Interesse an erster Stelle stehen.
Quellen:
- https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/hitze-tote-sommer-temperatur-wetter-statistik-100.html
- https://www.focus.de/panorama/bei-hitze-kann-die-tueckische-waermeinsel-zur-toedlichen-gefahr-werden_id_107985965.html
Links, Informationen, Broschüren
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Klima, Mensch, Gesundheit: Angebote zum Thema Hitzeschutz.
Themenseite mit Informationen, Erklärvideos und Broschüren
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Infoflyer
kompakt. – Gesund durch die Sommerhitze – Informationen und Tipps für ältere Menschen und ihre Angehörigen
Zum Herunterladen als PDF-Dokument.
Bundesministerium für Gesundheit
Alter + Hitze Tipps für ältere Menschen
Broschüre im PDF-Format
Hitzewarnungen des DWD
Deutscher Wetterdienst
Empfehlungen und regionale Hitzewarnungen.
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Newsletter „Hitzewarnungen“ abonnierenSeniorenbeirat Recklinghausen
Hitzeprävention für alleinstehende Senioren
Informations- und Schulungsprojekt zum Hitzeschutz für Ärzte und andere Gesundheitsberufe in Recklinghausen. Projektunterstützung und Projektförderung durch Sparkasse und Sparkassenstiftung Recklinghausen.
Der Seniorenbeirat Recklinghausen ( SBR ) verfolgt seit 2022 ein Pilotprojekt zur Entwicklung und Erprobung von Schutzmaßnahmen für allein lebende Seniorinnen und Senioren für zukünftige Hitzeperioden. Aufbauend auf den Vorüberlegungen und Vorplanungen des SBR bereitet zur Zeit eine Projektgemeinschaft des Instituts für Arbeit und Technik aus Gelsenkirchen ( Institut der Westfälischen Hochschule, Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, IAT ) und des Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Recklinghausen e.V. einen Förderantrag beim Landesumweltamt NRW vor, mit dem die nötigen Finanzmittel für die geplante Projektdurchführung im Sommer 2023 bewilligt werden sollen.
Unabhängig von diesem Pilotprojekt plant der Seniorenbeirat mit fachlicher Unterstützung des IAT die Durchführung einer Informations- und Schulungsveranstaltung für Ärzte, für das Praxispersonal der Ärzte und für Unternehmen der ambulanten Pflege in Recklinghausen. Die Informations- und Schulungsveranstaltungen sollen als Online- Veranstaltungen im Mai d.J. stattfinden :Derzeit sind insgesamt vier kostenlose Vortragsveranstaltungen für Ärzte und deren Praxismitarbeiterinnen und für Pflegedienste geplant. Vortragsbeginn jeweils 13.00 Uhr.
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Stand: 18.07.2022



