In 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen wird künftig eine Impfung gegen das Corona-Virus möglich sein. Die Städte und Kreise kümmern sich dabei um Organisation und Logistik, die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) um das medizinische Personal, die Terminvergabe und die Durchführung der Impfungen, sobald ein Impfstoff verfügbar ist. Wann dies der Fall sein wird, ist derzeit allerdings noch nicht präzise vorherzusagen – aus diesem Grund sind zurzeit auch noch keine Terminvergaben für eine Impfung möglich. Die Impfzentren können voraussichtlich im Januar 2021 ihre Arbeit aufnehmen. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, der Endspurt läuft, so das Zwischenfazit der KVen Mitte Dezember 2020.

Fest steht aber bereits, dass es Termine für Corona-Impfungen zunächst nur für bestimmte Personengruppen geben wird – die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts hat deshalb als Basis für eine entsprechende Rechtsverordnung eine empfehlende Priorisierung erarbeitet, die zeitnah offiziell in Kraft treten soll. „Der Impfstoff gegen das Coronavirus wird uns in der ersten Zeit nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen, deswegen können nicht alle, die sich impfen lassen möchten, dies auch direkt tun,“ führt die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) aus.

Die STIKO empfiehlt die Impfung zunächst vorrangig für:

  • Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen,
  • Personen im Alter von 80 Jahren und älter,
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z.B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19 Patienten)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z.B. in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • und andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern

Diese Personengruppen müssen laut STIKO besonders geschützt werden, weil sie ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben bzw. einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein betont, dass „auch der Schutz derjenigen Ärztinnen und Ärzte sowie der Helfer, die in den Impfzentren und bei den mobilen Teams, aber auch bei der Versorgung von COVID19-Patienten in den Praxen und im Notdienst ebenfalls einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind wichtig ist. Auf sie könne man in den kommenden Monaten nicht verzichten.

Dass in absehbarer Zeit Impfstoffe zur Verfügung stehen, die einfacher zu handhaben sind und das Impfen in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte für alle Impfwilligen ermöglichen, hoffen beide KVen. Bis dahin erfolge die Impfung in den zentral eingerichteten Impfzentren. Eine wichtige Rolle würden auch mobile Teams spielen, die z.B. Senioren- und Pflegeheime anfahren und die dortigen Bewohner impfen werden.

Voraussetzung für eine Impfung im Impfzentrum sei, dass man zu einer der impfberechtigten Personengruppen zähle und vorab einen Termin vereinbart habe. Ein spezielles Terminmanagementsystem werde derzeit erarbeitet.

Im Moment werden noch viele Einzelheiten rund um die Terminvergabe für die Corona-Impfungen abgestimmt. Die Bürger sollen zeitnah über die weiteren Schritte und das genaue Prozedere informiert werden. „Wie so oft in dieser Pandemie gilt auch jetzt wieder, dass wir Ruhe bewahren müssen. Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an Lösungen im Sinne der Patientinnen und Patienten“, betonen die KVen.

Aber auch nach Start der Corona-Impfungen ist nicht von einer schnellen Überwindung des kritischen Infektionsgeschehens auszugehen, so zumindest Kanzleramtschef Helge Braun in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Er habe zwar die „große Hoffnung“, dass die Infektionszahlen in Deutschland durch die neuen Maßnahmen des Lockdown sinken würden. Aber wer glaube, dass man in wenigen Wochen wieder halbwegs in die Normalität zurückkehren könne, liege wohl falsch. „Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich. Januar und Februar sind immer, was Atemwegsinfektionen angeht, besonders schwierige Monate“, sagte Braun. Solange man sich in der Winterphase befinde und nicht genügend Impfstoffe für alle verfügbar seien, „werden wir noch schwierige Tage erleben“.

Quellen: KVWL; KV; RTL/ntv Bild: pixabay